Schwedisch

Schwedisch wird in Schweden und Finnland von ca. 10,5 Millionen Menschen gesprochen, von denen ca. 8,5 Muttersprachler sind. Diese leben hauptsächlich in Schweden und in einigen Küstenbereichen Finnlands, wo das sogenannte Finlandssvenska gesprochen wird. In Schweden und Finnland ist Schwedisch Amtssprache und im Nordischen Rat (eine Organisation der Nordischen Länder Dänemark, Island, Norwegen und Schweden) ist Schwedisch die Arbeitssprache.

Linguistisch zuzuordnen ist Schwedisch dem Nordgermanischen Zweig der Indogermanischen Sprachen und stammt von der Altnordischen Sprache ab. Unter den skandinavischen Sprachen lassen sich zwei Gruppierung unterteilen: die festlandskandinavische Gruppe (Schwedisch, Dänisch, Norwegisch) und die inselskandinavische Gruppe (Isländisch und Färöisch). Die Sprachen der ersten Gruppe besitzen derart ähnliche Charakteristika, dass sie sogar als Dialekt einer gemeinsamen Sprache angesehen werden können. Durch Rivalitäten und Kriege im 16. und 17. Jahrhundert und durch die Epoche der Romantik im 19. und 20. Jahrhundert, bei der besonders nationale Ideale betont wurden, haben sich jedoch deutliche Unterschiede in Rechtschreibung, Wortschatz und Grammatik entwickelt. Das schwedische Alphabet besteht aus 29 Buchstaben, welches ein ausgeprägteres Vokalsystem besitzt als zum Beispiel das deutsche Alphabet.

Altschwedisch wurde ungefähr in der Zeit von 800-1500 gesprochen und in Syntax und Wortschatz stark vom Latein beeinflusst, sodass entsprechend viele lateinische Lehnwörter zu finden sind. Erste Aufzeichnungen der Sprache stammen aus dem 12. Jahrhundert und sind in Runenschrift verfasst worden. Bei diesen Aufzeichnungen handelt es sich meist um Grabsteine und Denkmäler. Die erste vollständig in schwedischer Sprache verfasste Bibelübersetzung wurde 1541 verfasst, nachdem Gustav I. Wasa die Unabhängigkeit Schwedens von Dänemark wiedererlangt hatte.

Im Mittelalter erhielt das Schwedische außerdem Einflüsse aus dem Mittelniederdeutsch der Hanse und in der Neuzeit auch vom Hochdeutsch. Dieser Einfluss war allerdings nicht nur durch den Handel, sondern wurde unter anderem von zurückkehrenden Soldaten aus dem Dreißigjährigen Krieg bedingt. Aufgrund dessen sind viele Wörter aus dem Militär an Deutsche Wörter angelehnt.

Bis 1809 war Finnland ein Teil des schwedischen Reiches, in dem Schwedisch die Sprache der Oberschicht darstellte. Diesen Umstand ist es zu verdanken, dass noch heute rund 290.000 schwedische Muttersprachler in Finnland als finnlandschwedische Minderheit leben. Weitere schwedischsprachige Minderheiten kann man in Norwegen, Dänemark und in den USA (insbesondere im Bundesstaat Minnesota) finden.

 

 

Ein Paar interessante Fakten und Wissenswertes zur schwedischen Sprache:

  • Die Schriftsprache wurde im 14. Jahrhundert in ganz Schweden vereinheitlicht.
  • Im Schwedischen gibt es keine Höflichkeitsform: die Schweden „Siezen“ nicht, so dass in der Regel jeder mit „Du“ angesprochen wird – eine Ausnahme bildet die Königsfamilie, die weiterhin formal angesprochen wird.
  • Die Unabhängigkeit Schwedens von Dänemark wurde mit Gustav I. Wasa wiedererlangt, der dann die lutherische Reformation in Schweden durchführte.
  • Der offizielle Status der schwedischen Sprache wurde am 1. Juli 2009 durch ein Sprachgesetz festgelegt.
  • Die Unterhaltung zwischen Schweden und Norwegern kann ohne große Probleme möglich, da es eine Mischsprache aus schwedischer und norwegischer Umgangssprache gibt.
  • Die Unterhaltung zwischen Schweden und Dänen ist möglich, wenn die Dänen eine deutliche Ausdrucksweise ihrer Sprache aufrecht erhalten.
  • Viele Finnen sprechen sehr gutes Schwedisch, da Schwedisch in den finnischsprachigen Landesteilen als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt wird.
  • Deutsch und Englisch werden als zweite Fremdsprache in den schwedischen Schulen unterrichtet. In der sechsten Klasse können die Schüler zwischen Deutsch (rund 20%) und Englisch (rund 80%) wählen.
  • Bis 1939 war Deutsch die erste Fremdsprache in den Schulen.
  • Schwedisch ist für Deutsche, aufgrund der Ähnlichkeit, nicht schwer zu lernen. Bedingt durch ähnliche Grammatik und Wortschatz, fällt es vielen einfacher als Englisch. Jedoch ist die Aussprache schwieriger.
  • Die schwedische Königin Silvia spricht nach über 40 Jahren in Schweden noch mit einem starken deutschen Akzent.

Falsche Freunde: Schwedisch-Deutsch

 

Wörter, die sich in Schrift und Aussprache einem Wort aus einer anderen Sprache ähneln, bezeichnet man in den Sprachwissenschaften als „Falsche Freunde“. Diese sind oftmals ein Grund für eine fehlerhafte Übersetzung, da man dazu verleitet wird anzunehmen, dass sie das Gleiche bedeuten, obwohl dies nicht der Fall ist. Unten folgend einige Beispiele, die bei der Sprachkombinationen Deutsch-Schwedisch oder Schwedisch-Deutsch immer wieder zu Übersetzungsfehlern führen:

 

Schwedisches Wort Falsche deutsche Übersetzung Korrekte deutsche Übersetzung

alm

die Alm

die Ulme

bulle

der Bulle

das Hefestück, das Milchbrötchen

gosse

die Gosse

der Junge, der Knabe

halm

der Halm

das Stroh

kind

das Kind

die Wange

ledig

ledig

frei

möglig

möglich

schimmelig

rad

das Rad

die Reihe

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