Estnisch

Die Amtssprache Estlands wird von rund 1,1 Millionen Menschen als Muttersprache verwendet. Estnisch ist eine finno-ugrische Sprache, eng verwandt mit dem Finnischen und etwas ferner auch mit der ungarischen Sprache. Mit rund 2000 Lehnwörtern ist der Einfluss des Deutschen für eine Sprache dieser Sprachfamilie vergleichsweise groß. Nahezu ein Drittel des estnischen Vokabulars stammt aus dem Altsächsischen und dem Hochdeutschen.

Innerhalb Estlands gibt es zwei große Dialektgruppen, die sich wiederum in 117 Mundarten aufteilen. Diese Vielzahl an Dialekten auf kleinem Raum erklärt sich durch einen Blick in die Geschichte. Da viele kleine Gemeinden in Estland jahrelang keinen Kontakt zu anderen Gemeinden hatte, entwickelte sich die Sprache in regional voneinander abgegrenzten Gebieten. Die großen Dialektgruppen sind das Nordestnische, das um die Hauptstadt Tallinn gesprochen wird und das südlich der Stadt Tartu verwendete Südestnisch.

Im Estnischen unterscheidet man zwischen 14 Fällen, von denen jeder eine eigene typische Endung hat. Ein grammatikalisches Geschlecht kommt in der estnischen Sprache hingegen nicht vor. Für die Verschriftlichung wird das lateinische Alphabet mit einigen Veränderungen genutzt. Wie im Deutschen gibt es die Buchstaben ä, ö und ü. Hinzu kommt das õ. Nur in Fremdwörtern kommen die Buchstaben c, f, q, š, w, x, y, z und ž vor. Eigenheiten in der Aussprache gibt es bei b, g und d, die als p, k und t ausgesprochen werden.

Der Zeitungsverleger Ado Grenzstein versuchte sich Ende des 19. Jahrhunderts als Sprachplaner des Estnischen und schuf neue Wörter, die der Fantasie entsprangen. Aus dieser Idee entstand eine teilweise erfolgreiche Bewegung mit dem bekanntesten estnischen Sprachreformer Johannes Aavik. Insgesamt entstanden ab dem Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa zur Mitte des 20. Jahrhunderts 4000 neue Wörter, von denen viele heutzutage eine regelmäßige Verwendung im Estnischen finden. Inspiration holten sich die Sprachschöpfer vor allem von russischen, deutschen, französischen, finnischen, englischen und schwedischen Wörtern.

Ein paar interessante Fakten und Wissenswertes zur estnischen Sprache:

  • Der Sprachreformer Johannes Aavik wollte neben seinen zahlreichen Neologismen auch eine Veränderung im Alphabet vornehmen: nach seinem Wunsch sollte das ü durch das y ersetzt werden.
  • Digraphen der Vokale (z.B. „aa“, „ii“, „öö“) tauchen im Estnischen relativ häufig auf und haben daher einen ähnlichen Status wie die Buchstaben selber.
  • Das erste Buch auf Estnisch wurde 1535 von deutschen Priestern geschrieben und ist ein Estnisch-Deutsch-Wörterbuch

Deutsche Wörter in der estnischen Sprache:

 

Ein Drittel aller estnischen Wörter haben ihren Ursprung im Deutschen. Vor allem aus der Hansezeit bis zum 17. Jahrhundert hatte die deutsche Sprache einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Estnischen:

Estnisches Wort Deutsches Wort
hakkliha das Hackfleisch
hügieeniartikkel der Hygieneartikel
klaas das Glas
politsei die Polizei
reisibüroo das Reisebüro
tüümian der Thymian
tund die Stunde

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